|
Phytotherapie
Heilen mit pflanzlichen Wirkstoffen Das Spektrum an Wirkstoffen, die uns die Natur als Bestandteil von Pflanzen zur Verfügung stellt, ist unermesslich. Das Spektrum reicht von alltäglichen Pflanzen wie Zwiebeln und Knoblauch, deren gesundheitsfördernde Wirkung wir (fast) täglich genießen können, bis zu hochpotenten pharmazeutischen Wirkstoffen. Nicht ohne Grund sind Pharmaunternehmen weltweit auf der Suche nach noch unbekannten pflanzlichen Wirkstoffen, denn insbesondere in der tropischen Flora werden laufende neue pharmakologische Substanzen entdeckt. Das Heilen mit pflanzlichen Wirkstoffen hat eine sehr lange Tradition: das Heilpflanzenbuch des chinesischen Kaisers Shin-Nong ist beispielsweise ca. 5600 Jahre alt. Die vorchristlichen Hochkulturen des Abendlands wie die Ägypter oder die Griechen mit Hippokrates haben bereits grosses Wissen über die Nutzung der Pflanzen zur Heilung von Krankheiten gesammelt. Auch in der christlichen Zeit haben Mönche in den Klostergärten dieses Wissen genutzt und Heilpflanzen gezielt gezüchtet. Von Hildegard von Bingen bis zu grossen Naturheilern wie z.B. Kneipp spannt sich der Bogen der Anwendung von Heilpflanzen. Erst das Entstehen der modernen Chemie vor dem Hintergrund des "mechanistischen" Weltbilds der Aufklärung hat die Anwendung der Phytotherapie - also der Behandlung von Krankheiten mit Heilkräutern - in der jüngeren Vergangenheit in den Hintergrund gedrängt. Neue Erkenntnisse über die Vielfalt und das Wirkungsspektrum pflanzlicher Wirkstoffe haben aber zu einer Wiederbelebung des Wissens über Heilpflanzen und deren Anwendung geführt. Während das Wissen um die Wirkstoffe der Natur täglich anwächst, ist besonders bei der Phytotherapie die Kombination der neuen Erkenntnisse mit dem in Jahrtausenden angesammelten Wissen wichtig, denn Pflanzen sind - im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Medikamenten - komplexe, lebende Wesen, die im Austausch mit ihrer Umwelt stehen. Region, Standort, Klima und viele weitere Faktoren bestimmen Wirkstoffgehalt und -kombination von Pflanzen. Die Anwendung vieler pflanzlicher Heilmittel ist daher sehr komplex und muss sorgfältig auf die Lebenssituation und die individuellen Eigenschaften des Patienten abgestimmt werden. Heilpflanzen sind aber nicht nur für die Heilung von Krankheiten im Gebrauch. Aufgrund ihres Gehalts an wertvollen Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien, ätherischen Ölen und pflanzlichen Hormonen können Heilpflanzen einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit, zur Vorbeugung vor Erkrankungen und somit zu einem verbesserten allgemeinen Wohlbefinden leisten. Die Darreichungsformen von Heilpflanzen sind sehr vielfältig: von Würzkräutern als Bestandteil unserer Nahrung über Tees, Extrakte in Tropfen-, Pulver- und Tablettenform bis hin zu Bädern reicht das Spekturm. Bei allen Darreichungen konservierter Pflanzen ist die Frische des Tees, der Blätter etc. entscheidend. Eine gute Bezugsquelle (Apotheke, Kräuterhandlung etc.) , die frische und qualitativ hochwertige Kräuter liefern kann, ist für die erfolgreiche Anwendung der Phytotherapie daher von grosser Wichtigkeit. |
|||